Eine Gleichmäßigkeitsprüfung
im Motorsport ist ein Wettbewerb, bei dem ein Auto oder Motorrad
nicht wie in Rennen möglichst schnell und daher gefährlich
bzw. kostenintensiv bewegt wird, sondern gleichmäßig,
d.h. innerhalb von Sollzeiten. Diese Veranstaltungs- bzw. Wettbewerbsart
ist besonders für historische Fahrzeuge (Oldtimer, Youngtimer)
geeignet, wird aber auch von Aktiven geschätzt, die sich mit
ihrem normalen Straßenfahrzeug bei niedrigen Risiken und Kosten
motorsportlich betätigen wollen.
Auch bei regulären
Rallyes werden die Verbindungsetappen auf öffentlichen Straßen
in einem vorgebenen Sollzeitrahmen absolviert.
Inhalt einer Gleichmäßigkeitsprüfung
ist, eine vorgegebene Strecke in einer entweder vom Veranstalter
oder vom Teilnehmer selber vorgegebenen Sollzeit bzw. Durchschnittsgeschwindigkeit
zu durchfahren. Die Zeitmessung wird auf permanenten Rennstrecken
meist mit den dort installierten Lichtschranken bzw. Transpondersystemen
durchgeführt, auf öffentlichen Straßen kommt ein
über die Fahrbahn gelegter Schlauch zum Einsatz, der die Zeitmessung
per Luftdruck auslöst.
Insbesondere bei Oldtimer-Veranstaltungen
wird meist eine Etappe, etwa in den Alpen, je nach Lust und Fähigkeit
von Besatzung und Fahrzeug zügig absolviert, und dann vor einer
bekannten Zeitmeßstelle gewartet, bis kurz vor Verstreichen
der Sollzeit der Schlauch überfahren wird, wobei der aus dem
Seitenfenster gelehnte Beifahrer Anweisungen gibt. Manche Veranstalter
führen jedoch auch versteckte Zeit-oder Geschwindigkeitsmessungen
durch, um so die Einhaltung der vorgegebenen Durchschnittsgeschwindigkeit
zu überprüfen, bzw. die Einhaltung von Geschwindigkeitsbeschränkungen.
Auf Rundstrecken wie
dem Hockenheimring dagegen muß die Ziellinie mit normaler
Geschwindigkeit überfahren werden, abruptes Bremsen ist nicht
zuletzt aus Sicherheitsgründen untersagt, ebenso wie das Anhalten.
Auf der 20,8km
langen Nordschleife dagegen wird auf der langen Geraden "Döttinger
Höhe" eine Wartezone eingerichtet, die auch in den Sollzeitrunden
der Rundstrecken-Challenge Nürburgring
genutzt wird. Diese Zone ist ca. 1 Kilometer von der Ziellinie entfernt.
So können die ersten 19km nach Lust und Laune befahren werden,
dann kann gewartet werden, und der Rest der Runde gemäß
Sollzeit absolviert.
Heutzutage werden GLPs
häufig bei Oldtimer-Veranstaltungen durchgeführt; ebenso
sind historische "Rennen" heutzutage meist keine Rennen
mehr, sondern GLPs, da die alten Fahrzeuge nicht mehr in Rennen
eingesetzt werden sollten. Die bekannteste Veranstaltung im Oldtimer-Motorsport,
die Mille Miglia, ist seit Wiederaufnahme in den 1970er Jahren eine
GLP. Nach einem schweren Unfall 1957 wurde die ursprüngliche
Mille Miglia eingestellt, die Targa Florio wurde in jenem Jahr nur
als GLP durchgeführt, wodurch ein unbekannter Fahrer eines
kleinen Fiat 600 seither in der Siegerliste neben ansonsten hochkarätigen
Sportwagen und Profipiloten auftaucht.
Für normale
straßenzugelassene Fahrzeuge werden u.a. auf der Nürburgring
Nordschleife und auf dem Hockenheimring Gleichmäßigkeitsprüfungen
angeboten, bei denen außer dem Tragen eines Helmes keine weiteren
Anforderungen gestellt werden. Teils ist jedoch ein Beifahrer erforderlich.
Auf der Nordschleife
absolvieren die besten unter den teils über 100 Teilnehmerteams
die sechs gezeiteten Bestätigungsrunden (von 12 insgesamt)
mit einer Gesamtabweichung von unter einer Sekunde, d.h. überfahren
die Ziellinie jeweils mit weniger als einer Zehntelsekunde Abweichung
von der selbst gesetzten Sollzeit, die in innerhalb einer Durchschittsgeschwindigkeit
von 80 bis 120 km/h liegen muß. Im Jahre 2002 nahm z.B. der
Schauspieler Robert Carradine teil, um vor dem 24-h-Rennen seine
Streckenkenntnis zu vertiefen.
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