Nachdem
die Formel 1 ab 1977 nur noch in Hockenheim fuhr und andere internationale
Serien auch abzuwandern drohten, wurden die möglichen Optionen diskutiert.
Die Wahl fiel letztendlich auf eine aus Kostengründen nur ca. 4,5
km lange moderne Rennstrecke, die nur noch die Start- und Zielgerade
mit der alten Rennstrecke gemeinsam hatte. Die ursprüngliche Südschleife
wurde aufgegeben und in öffentliche Straße bzw. Zufahrtswege zu
Parkplätzen umgewandelt. Die verkürzte Nordschleife samt der kleinen
Boxenanlage von 1983 besteht weiterhin, sie kann weitgehend unabhängig
vom Betrieb auf der benachbarten GP-Strecke benutzt werden, z. B.
von der RCN und GLP.
Im
Jahre 1984 wurde die Grand-Prix-Strecke, die breite Auslaufzonen
aufweist, mit einer live im deutschen Fernsehen übertragenen Veranstaltung
eingeweiht. Das erste auf der neuen Strecke ausgetragene Rennen
war ein Schaurennen mit 21 identischen Mercedes 190E-2.3-16-Tourenwagen,
bei dem viele hochkarätigen Rennfahrer der damaligen Zeit antraten,
darunter die Formel 1-Weltmeister Keke Rosberg und Niki Lauda. Sieger
wurde jedoch der damals noch unbekannte Formel 1-Neuling Ayrton
Senna.
Die
Strecke wurde im Jahre 2002 mit dem Bau der Mercedes-Arena auf ca.
5,1 km erweitert. Zudem wurde 2000 die Boxenanlage komplett neu
gebaut, mit insgesamt 33 Garagen, die mehrere Meter hoch sind und
sich so auch für Trucks eignen.
Die
F1 trug 1984 und 1985 zwei Rennen auf dem neuen Nürburgring aus,
aber seit 1986 wird der Große Preis von Deutschland auf dem Hockenheimring
ausgetragen. Im Gegenzug wechselte die Motorrad-WM in den 1990ern
für einige Läufe von Hockenheim in die Eifel, fährt aber seit 1998
am Sachsenring.
Von
1995 bis 2006 fand dann jährlich ein zweites F1-Rennen in Deutschland
statt, das als Grand Prix von Europa bezeichnet wurde (1997 und
1998 jedoch als Großer Preis von Luxemburg, da der Europa-GP 1997
als Saisonabschluss in Jerez [Spanien] und 1998 gar nicht ausgetragen
wurde). Die Distanz beträgt seit dem Umbau 2002 jeweils 60 Runden
bzw. 308,863 km.
2006
wurde bekannt, dass Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone trotz bestehender
Verträge mit beiden Rennstrecken ab 2007 nur noch einen Grand Prix-Lauf
pro Jahr in Deutschland zulassen will, der Hockenheimring und der
Nürburgring sollten sich hierfür jährlich abwechseln. Der deutsche
Grand Prix 2007 wurde auf dem Nürburgring als Großer Preis von Europa
ausgetragen, einen Großen Preis von Deutschland gab es in diesem
Jahr nicht. Da die Namensrechte dafür beim Automobilclub von Deutschland
liegen, fand dieser Grand Prix erst wieder 2008 auf dem Hockenheimring
statt.
Im
Januar 2007 warf der rheinland-pfälzische Rechnungshof den Rennstreckenbetreibern
Missmanagement vor. Die Formel-1-Veranstaltungen 2004 und 2005 hätten
jeweils rund 9 Millionen Euro Verlust gebracht. Der von Bernie Ecclestone
kontrollierten Firma Formula One Administration Ltd. (FOA) seien
dabei jährlich etwa 16 Millionen Euro Antrittsgeld gezahlt worden.
Die Gesamtkosten pro Grand Prix würden jährlich um etwa 10 Prozent
steigen.
Am
25. März 2007 teilte der Nürburgring-GmbH-Geschäftsführer Walter
Kafitz mit, dass die „Shell“-S-Kurve zwischen Dunlop-Kehre und Kumho-Kurve
(Nr. 11) in Michael-Schumacher-S umbenannt wird. Schumacher kam
persönlich zur Taufe der Kurve am 22. Juli 2007 im Rahmen des Großen
Preises von Europa an die Strecke.
Aber
auch diverse Motorrad-, Truck-, Oldtimer- und DTM-Rennen sowie einige
Markenpokale sind auf dem GP-Kurs des Nürburgrings zu Hause. Ebenso
fahren alle Einsitzer-Serien sowie GT-Rennwagen und Sportwagen nur
auf der „sicheren“ Variante. Trotzdem erlitten einige Piloten im
Lauf der Jahre auch dort schwere oder gar tödliche Verletzungen,
was aber kaum dem Zustand der Rennstrecke anzulasten ist.
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